Diabetes Typ 1 ?

Was genau ist eigentlich Diabetes Typ 1?

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung bei der man die Fähigkeit verliert, eigenes Insulin zu produzieren. Aus bislang noch nicht bekannten Gründen greift das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, die sogenannten Betazellen, an und tötet diese ab. Das kann man weder verhindern noch kann man es heilen. Da Insulin absolut lebensnotwendig ist, wäre der Verlauf dieser Krankheit tödlich, wenn man dem Körper kein Insulin von außen zuführen würde.
Diabetes Typ 1 hat also absolut nichts mit ungesunder Ernährung oder mangelnder Bewegung zu tun. Typ 1 Diabetiker können auch grundsätzlich das gleiche Essen und Trinken wie ein stoffwechselgesunder Mensch, sie müssen nur das Insulin, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr abgeben kann, mittels Spritze, Pen oder Insulinpumpe zuführen. Man spricht von einem absoluten Insulinmangel.

Blognachbar Max Hübl von Diabetes & Sport hat hierzu einen Filmbeitrag über eine Veranstaltung auf YouTube eingestellt, an der wir gemeinsam mit anderen Bloggern teilgenommen haben (bitte folgenden Link anklicken)
Bloggerevent „Foodstyling und Foodfotografie“ von Bayer Health Care

Gibt es noch weitere Diabetes Typen ?

Es gibt insgesamt vier verschiedene Diabetes Mellitus Typen :
– Typ 1 = Autoimmunerkrankung, keine eigene Insulinproduktion mehr
– Typ 2 = Insulinresistenz mit anfänglich stark erhöhter Insulinproduktion
– Typ 3 = Ausfall der Eigeninsulinproduktion aus diversen Gründen
– Typ 4 = Schwangerschaftsdiabetes

Typ 3 Diabetes nennt man einen Diabetes bei dem die Funktion der Bauchspeicheldrüse, Insulin zu produzieren, aufgrund von Erkrankungen, Verletzungen, Vergiftungen, Gendefekten etc. ausgefallen ist. In seinem Erscheinungsbild dem Typ 1 sehr ähnlich. Innerhalb der Typ 3 Gruppe gibt es zahlreiche Untergruppen.

Mangelnde Differenzierung

Obwohl es immerhin 4 Haupttypen des Diabetes gibt, wird in den Medien praktisch nie bzw. nur sehr ungenügend zwischen den verschiedenen Typen differenziert. Das ist deshalb sehr ärgerlich weil es zwischen den Krankheitsbildern zum Teil so erhebliche Unterschiede gibt, dass man z.B. Typ 1 und Typ 2 Diabetes als vollkommen unterschiedliche Krankheiten ansehen kann.

Der am meisten vorkommende Diabetestyp ist der Typ 2 Diabetes mit ungefähr 85% Anteil aller Diabetiker. Der Anteil des Typ 1 Diabetes liegt bei rund 5%.
Typ 2 Diabetes kannte man früher eher unter dem Begriff Altersdiabetes weil er sehr häufig bei älteren Menschen vorgekommen ist. Das Typische am Typ 2 Diabetes ist, dass man zu Beginn eine Insulinresistenz entwickelt infolgedessen die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion erhöht um den hohen Blutzuckerspiegel zu senken. Immer höhere Insulinmengen führen aber zu immer höherer Insulinresistenz und als Folge sehr oft zu starker Zunahme des Körpergewichts. Diesem Teufelskreis kann man in dem Stadium sehr wirkungsvoll mit geeigneter Ernährung und viel körperlicher Aktivität entkommen. Andernfalls führt die ständige Überlastung der Bauchspeicheldrüse zu deren Versagen, so dass auch Typ 2 Diabetiker insulinpflichtig werden können.

Viele Menschen die an Typ 2 Diabetes erkranken bringen eine genetische Disposition zur Insulinresistenz mit. Gepaart mit einem „modernen“ Lebensstil mit wenig Bewegung und gehaltvollem Essen im Übermaß begünstigt das die Entwicklung eines Typ 2, so dass selbst junge Menschen und Kinder immer öfter an Typ 2 Diabetes leiden. Angepasste Ernährung und Bewegung können die Entwicklung eines Typ2 Diabetes sehr positiv beeinflussen.

Der Typ 1 Diabetiker hat im Vergleich dazu nur eine Möglichkeit seine Erkrankung zu behandeln. Wenn er nicht am Diabetes zu Grunde gehen möchte, muss er zwingend Insulin spritzen. Bewegung und gesunde Ernährung helfen ihm zwar wie allen anderen Menschen auch seinen Körper gesund und leistungsfähig zu halten. Auf seinen Typ 1 Diabetes direkt hat das aber keinen Einfluss im Sinne von Heilung.

Typ 1 Diabetes – Einst und Heute

Die Diabetes Behandlung hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr gewandelt. Hatte man vor einigen Jahrzehnten nur Glasspritzen mit dicken Kanülen, keine Messmöglichkeit zu Hause und langsame Insuline, stehen uns heute modernste Injektionstechniken, vielfältige Messgeräte bis hin zu kontinuierlichen Messsystemen sowie sehr schnellwirksame Insuline zur Verfügung.

Musste sich ein Diabetiker früher exakt an einen festgelegten Spritz-Ess-Plan halten ist es heute umgekehrt. Bei Typ 1 Diabetikern richtet sich die Therapie heute nach dem Diabetiker und nicht der Diabetiker nach der Therapie. Dadurch erhält man eine Menge Freiheit und Flexibilität so zu leben wie jeder stoffwechselgesunde Mensch. Bei Bedarf kann man das Blutzuckermanagement individuell und kurzfristig anpassen.

Das birgt allerdings auch das Risiko, dass man sich, sollte man wie oben beschrieben, die “Qualifikation” für eine Insuliresistenz mitbringen, nebenbei auch noch die Probleme eines Typ 2 Diabetes einhandeln kann. Das eine schließt das andere nämlich nicht aus.

Insofern hat ein gesunder und aktiver Lebensstil auch beim Typ 1 Diabetiker Einfluss auf seine Erkrankung.

Auf Insulin wird ein Typ 1er nicht verzichten können. Aber er kann mit Hilfe der Ernährung und mit Bewegung seinen Blutzucker beeinflussen und somit auch die Insulinmenge, die er spritzen muss. Deshalb sind diese beiden Faktoren für Menschen mit der Neigung zur Insulinresistenz sehr wirksame Tools für die Therapie. Egal welchen Diabetes Typ sie haben.

 

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