Mein Weg

Immer wieder begegnet einem die Aussage “mit Diabetes kann man heute gut leben”. Das wird besonders von Nichtdiabetikern oft so daher gesagt ohne dass sie sich wirklich Gedanken darüber machen. Was es wirklich heißt mit Diabetes zu leben, wissen wahrscheinlich nur Diabetiker selbst.

So ganz falsch ist die Aussage nicht

In gewisser Weise muss ich der Aussage dennoch teilweise zustimmen. Denn Diabetes ist eine Krankheit, die mir als Patient sehr viele Möglichkeiten gibt mein eigener Arzt zu sein. Viel mehr als bei vielen anderen Krankheiten bestimme ich wie die Therapie läuft. Meine Diabetologin begleitet im Wesentlichen nur noch meine Therapieführung und ist im Falle von Schwierigkeiten natürlich ein wichtiger Ansprechpartner. Das erfordert Eigenverantwortung, Eigeninitiative und die Bereitschaft zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Diabetes Individualität

So unterschiedlich und individuell wie die Menschen mit Diabetes sind, so unterschiedlich sind auch die Wege, wie sie ihren Diabetes behandeln.
Im Laufe der Jahre mit Diabetes habe ich meinen eigenen Weg gefunden den Diabetes bestmöglich zu bändigen. Dabei spielt die drastische Reduktion von Kohlenhydraten eine ganz entscheidende Rolle. Ein Thema das bisweilen auch unter Typ 1 Diabetikern kontrovers diskutiert wird. Insbesondere Typ1 Diabetiker sagen oft, dass sie sich diesbezüglich nicht einschränken möchten und den anflutenden Blutzucker mit Insulin “wegspritzen”, so wie es bei stoffwechselgesunden Menschen eben auch ganz natürlich geschieht.
Das mag bei vielen auch funktionieren. Bei mir funktioniert das so nicht. Zumindest nicht so, dass ich mit dem Resultat zufrieden wäre. Da mag eine gewisse Insulinresistenz eine Rolle spielen. Die oben angesprochene Individualität eben.
Das kann man so hinnehmen oder man sucht Wege sein Blutzuckermanagement zu optimieren.

Die Wirkung der Ernährung auf den Diabetes

Ich habe mich viel mit dem Thema Ernährung und ihrer Wirkung auf den Stoffwechsel beschäftigt und ich habe viel ausprobiert. Das Ergebnis war bei mir immer, dass selbst unter kontrollierter und disziplinierter kohlenhydratreicher Ernährung und trotz viel Bewegung sowohl das Blutzuckermanagement als auch die Gewichtskontrolle sehr problematisch waren. Umgekehrt wurde beides immer einfacher, je weniger Kohlenhydrate ich in meiner Nahrung hatte.
Das habe ich bis hin zur ketogenen Ernährung ausgetestet. Eine Ernährungsform die zu einem Zustand führt, bei der der Stoffwechsel wieder lernt auf Energieformen zuzugreifen, die er vor unserer heutigen westlichen Ernährung ganz selbstverständlich genutzt hat. Eine äußerst interessante Erfahrung die zwar gelegentlich beschrieben wird, aber so faszinierend ist, dass man es am eigenen Leib erfahren haben muss um wirklich zu verstehen, was es bedeutet in Ketose zu sein.

All das hat mich veranlasst meinen Kohlenhydratkonsum soweit wie möglich zu reduzieren und gelegentlich auch ketogene Stoffwechselphasen herbeizuführen. Ich sehe das alles aber nicht dogmatisch und wenn es die Situation ergibt lasse ich auch mal alle Fünfe gerade sein und erfreue mich einfach der schönen Situationen die einem das Leben so gelegentlich in den Laufweg hineinflankt;-)
Darüber möchte ich schwerpunktmässig auf meinem Blog berichten.

Bitte beachten :

In diesem Zusammenhang bitte folgenden Hinweis unbedingt beachten :
Die auf diesem Blog beschriebenen Therapieansätze sind meine ganz persönlichen Therapieansätze die ich in Absprache mit meiner Diabetologin anwende. Diese können, müssen aber nicht zwangsläufig bei anderen Diabetikern funktionieren.
Solltest Du diese Ansätze als mögliche Lösung für Deine eigene Therapie in Betracht ziehen, bitte ich Dich das vor Anwendung mit Deinem Diabetologen abzusprechen.